Einkaufen durch Glastüren

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Share on LinkedInEmail this to someonePrint this page

Um knapp 30 Prozent sinkt der Stromverbrauch der kältetechnischen Anlagen, wenn Kühlregale in Lebensmittelmärkten mit Glastüren versehen werden. Zu diesem Ergebnis kommt tegut nach Abschluss eines entsprechenden Energieeffizienzprojekts…

2010 hat tegut mit dem Energieeffizienzprojekt „Verglasung der Kühlregale” begonnen. Drei Jahre und über 80 umgebaute Supermärkte später zieht der Lebensmittelfilialist mit Hauptsitz in Fulda eine positive Bilanz. „Wir haben mit verglasten Kühlregalen unter verschiedenen Gesichtspunkten gute Erfahrungen gemacht”, sagt Detlev Müller, Bereichsleiter für das Energie- und Facilitymanagement verantwortlich ist. „Glastüren bei Kühlmöbeln sind bei tegut daher jetzt Standard.”

Die bislang nachgerüsteten Supermärkte haben zwischen 800 und 2.500 qm Verkaufsfläche und verfügen jeweils über 35 bis 40 laufende Meter Kühlregale. Diese Regale wurden mit Drehglastüren und LED-Beleuchtung von der Firma REMIS ausgestattet, von der Firma Carrier stammen die Energiesparlüfter und die energetische Optimierung der Kälteanlagen; der Umbau der Regale war im laufenden Geschäftsbetrieb möglich. Tegut erwartet, dass sich diese Investitionen nach 3,5 bis vier Jahren rechnen. Denn die Maßnahmen senken der Energieverbrauch – und damit die Energiekosten – deutlich, wie Detlev Müller am Beispiel des tegut-Supermarktes in Hünstetten zeigt: Der Stromverbrauch der kältetechnischen Anlagen sank um 29 Prozent. Insgesamt verzeichnet tegut in den umgebauten Filialen bereits eine Gesamtreduzierung des Stromverbrauchs von 5 Mio. kWh pro Jahr. Und auch die Heizkosten verringern sich, da die Türen ein Vermischen von gekühlter Luft und der normal temperierten Raumluft verhindern.

Die fehlende Vermischung der Luftmengen hat Müller zufolge allerdings zwei Nachteile: Im Sommer steigen bei geschlossenen Kühlmöbeln die Temperaturen in den Filialen stärker an als gewohnt, außerdem fällt die Entfeuchtung der Luft geringer aus. Beides lasse sich jedoch durch Nachregulierungen bei Lüftung oder Klimatisierung kompensieren. Und dass für die Beschäftigten ein geringer zeitlicher Mehraufwand beim Verräumen und Reinigen entstehe, werde dadurch ausgeglichen, dass die lästige Verschmutzung der Möbelrückwände sehr viel geringer ausfalle.

Wichtiger sind jedoch aus Müllers Sicht die Vorteile, die Verglasungen von Kühlmöbeln über die Energiekostenersparnis hinaus mit sich bringen. Geschlossene Kühlmöbel erzeugen demnach keine Kälte-Inseln in den Märkten, was sowohl Beschäftigte als auch Kunden positiv empfinden. Zudem werde die Sicherstellung der Warenqualität einfacher, da Türen vor UV-Strahlung schützen und eine stabile Kühltemperatur gewährleisten. Und für die Kunden stellen die Verglasungen kein Hindernis dar: „Die Türen bestehen zu 95 Prozent aus Glas, daher hat der Kunde weiterhin eine maximale Sicht auf die Produkte”, sagt Müller. „Auch an den Absatzzahlen hat sich nichts geändert.” Mit kleinen Info-Aufklebern auf den Türen informiert tegut außerdem über die Energieersparnis – und sammelt so bei umweltbewussten Kunden Pluspunkte.