Fälschungssichere Milch

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Manche Rohstoffe haben einen Fingerabdruck, andere werden gar nicht erst als nicht fälschungssicher wahrgenommen. Diesem Problem hat sich jetzt das Max-Rubner-Institut gewidmet: Das Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel hat ein Verfahren entwickelt, mit dem sich die Echtheit von Bio-Milch überprüfen lassen soll… Bei im Einzelhandel entnommenen Stichproben soll künftig geklärt werden können, ob die Milch von Kühen aus ökologischer oder aus extensiver Haltung stammt. Denn die Zusammensetzung der Milch wird besonders durch das Futter der Kühe bestimmt.

Ergebnis des 18 Monate dauernden Projekts: Es konnte gezeigt werden, dass eine extensivere Haltung mit einem hohen Anteil an Weidefutter einschließlich Heu und Grassilage und geringerem Einsatz von Kraftfutter, wie sie für den ökologischen Landbau typisch ist, zu einem charakteristisch erhöhten Gehalt der Omega-3-Fettsäure alpha-Linolensäure im Fett von Bio-Milch führt. Ein hoher Maisanteil im Futter, wie er vor allem in der leistungsorientierten konventionellen Milcherzeugung vorkommt, spiegelt sich dagegen in einem ganzjährig höheren delta-13C-Wert des Milchfettes wider, da Mais als sogenannte C4-Pflanze mehr schweren Kohlenstoff enthält als C3-Pflanzen wie etwa Gras oder Klee.

Das Institut hat – für in Deutschland erzeugte Sammelmilch – Schwellenwerte zur Identifizierung von Bio-Milch festgelegt, die eigenen Angaben zufolge ganzjährig gültig sind. Demnach sollte das Milchfett in Bio-Milch mindestens 0,5 Prozent alpha-Linolensäure enthalten und einen delta-13C-Wert von maximal 26,5 Promille aufweisen. Gerichtsfeste Aussagen liefern diese Werte dem Institut zufolge nicht, aber Indizien. Deren Stichhaltigkeit soll jetzt die Praxis der Lebensmittelkontrolle zeigen.