Gedächtnis der Welt

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100 Millionen Samen aus über 100 Ländern sind erst der Anfang: Heute hat auf der Insel Spitzbergen der Svalbard Global Seed Vault die Arbeit aufgenommen. Dieser Saatguttresor ist ein norwegisches Projekt, das die Biodiversität von Nutzpflanzen retten soll…

Insgesamt kann die Anlage 4,5 Million Saatgutproben aufnehmen, also etwa zwei Milliarden Samen. Norwegens Regierung möchte den Svalbard Global Seed Vault als Dienst an der Weltgemeinschaft verstanden wissen; das Land hat die Einrichtung nicht nur gebaut, sondern auch finanziert. Ein Global Crop Diversity Trust trägt die laufenden Kosten sowie organisiert und finanziert Vorbereitung und Versand von Saatgut aus Entwicklungsländern zur Einlagerung in Spitzbergen. Betrieben wird die Anlage von NordGen, außerdem erstellt und pflegt das Unternehmen eine öffentlich zugängliche Online-Datenbank sämtlicher eingelagerter Proben. Deutschland beispielsweise hat bisher 2156 Saatgutproben eingelagert, 541786 Samenkörner insgesamt.

Die Norweger denken langfristig. Die Anlage, die in den gefrorenen Fels eines arktischen Berges gesprengt wurde, kann mit einem 10-Kilowatt-Kompressor gekühlt werden; der Strom für diesen Kompressor wird vor Ort produziert. Aber auch ohne Strom würden die im Permafrost gelegenen Speicherräume 200 Jahre lang gefroren bleiben. Zu übersehen ist der Saatguttresor nicht: Das Dach und der Eingang der Lagerstätte sind mit stark reflektierendem Stahl, Spiegeln und Prismen überzogen. Die Installation soll wie ein Leuchtsignal wirken.