Neue Wege der Industrie

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Share on LinkedInEmail this to someonePrint this page

Arce Catacora hat ein großes Ziel. Die Menschen in Bolivien sollen den heimischen Rohstoff Lithium nicht nur fördern, sondern die komplette Wertschöpfungskette bis hin zu selbst produzierten Akkus für Smartphones oder Elektroautos gestalten und kontrollieren. Der Wirtschaftsminister setzt ganz auf die Industrialisierung des Andenstaates…

„Ein Land, das keine technischen Produkte herstellt, ist heutzutage schnell abgehängt.“ Noch vor zehn Jahren hätte Catacora mit dieser These in vielen Industrieländern nur ein Kopfschütteln geerntet. Etliche Politiker, Wissenschaftler und Unternehmer hielten industrielle Stärke nicht länger für erstrebenswert. Eine auf Wissen, Informationen und Dienstleistungen beruhende Gesellschaft galt als nächster Entwicklungsschritt. Nur eine Wirtschafts- und Finanzkrise später haben sich die Prioritäten allerdings verschoben: In Ländern mit starker Industrie geht es den meisten Menschen – zumindest bislang – deutlich besser als in anderen Staaten. Zum einen fungiert die Industrie als ökonomische Drehscheibe, weil die Unternehmen Aufträge an Zulieferer und Serviceanbieter vergeben und so die Wirtschaft stützen. Zum anderen sorgen sie an ihren Standorten für Know-how und attraktive Jobs: Nicht nur die Ausgaben für Forschung und Entwicklung sind höher als in vielen anderen Branchen, sondern auch die Löhne und Gehälter. Die Bedeutung industrieller Aktivitäten ist also wesentlich größer als der Anteil des verarbeitenden Gewerbes am Bruttoinlandsprodukt. Und Industrialisierung gilt nicht länger als historischer Begriff, sondern als Zukunftskonzept.

Dass auch geschichtsträchtige Industriestandorte Teil dieser Zukunft sind, zeigt ein Blick nach Großbritannien. London hat gerade Hongkong als teuersten Arbeits- und Wohnort der Welt abgelöst. Gleichzeitig ist Großbritannien nach Zahlen der Boston Consulting Group (BCG) der billigste Produktionsstandort in Westeuropa und muss auch den Vergleich mit Polen und Tschechien oder China nicht scheuen. Ausgerechnet die internationalisierungsfreudige Autoindustrie hat seit 2010 rund zehn Milliarden Pfund in den Standort investiert und tausende neue Jobs geschaffen, weitere sollen folgen. Wo noch vor zwanzig Jahren eine Firma nach der andern pleite ging und Zehntausende arbeitslos wurden, werden heute diverse Produkte von Spielzeug bis Textilien produziert. Und auch qualifizierte Zulieferer für die Branchen Automotive, Luftfahrt und Hochtechnologie bringen neues Leben an traditionsreiche Standorte.

Aber was macht ein Land oder eine Region zu einem attraktiven Industriestandort?

Den vollständigen Text lesen Sie im Magazin „Zukunft“ von voestalpine.