Staub aus der Ferne

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Äcker sind gut – wenn sie bestellt werden. Denn brach liegende Ackerflächen können die Luftqualität negativ beeinflussen… Das meldet das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung. Die Forscher berufen sich auf die Untersuchung einer Staubwolke, die sich über ausgetrockneten Ackerflächen in der Ukraine gebildet und – bei ihrem Zug über die Slowakei, Polen und die Tschechische Republik nach Deutschland – zu extremen Feinstaubkonzentrationen bis zu 1400 Mikrogramm pro Kubikmeter geführt hatte. Bisher galt die Sahara als Hauptquelle für Staub; eine Staubwolke aus der Ukraine haben die Forscher zum ersten Mal dokumentiert. Die Staubwolke war wegen ihrer Größe – es ist von 60000 bis 3 Millionen Tonnen Staubmasse die Rede – sogar auf den Infrarotbildern der Wettersatelliten gut zu erkennen. Die Wolke könnte ein Vorgeschmack auf die Folgen des Klimawandels sein: Große Ackerflächen sind ohnehin von Winderosion bedroht, und wenn halbtrockene Gebiete weiter austrocknen, kann von ihnen sehr schnell sehr viel Staub aufgewirbelt werden.

Die Forschungsergebnisse werfen aus Sicht der Wissenschaftler auch ein neues Licht auf die Versuche vieler Kommunen, die Feinstaub-Grenzwerte einzuhalten. Für den Großraum Berlin beispielsweise schätzen sie, dass die Hälfte der Feinstaubmengen eher aus regionalen und fernen als aus lokalen Quellen stammt. Die Staubmengen, die weltweit in den unteren Schichten der Atmosphäre kursieren, werden auf jährlich 1000 bis 2000 Millionen Tonnen geschätzt.